Glossar
Deine Sichtweise
Keine offiziellen Definitionen, sondern mein Verständnis dieser Begriffe, damit wir beim Lesen der Erkenntnisse dasselbe darunter verstehen.
- Agent
- Ein Programm, dem du eine Aufgabe übergibst und das sie Schritt für Schritt abarbeitet: Es ermittelt mit einem LLM den nächsten Schritt, handelt – und dann wieder von vorn. Es verfügt über die Werkzeuge, die es nutzen darf, und über ein Arbeitsgedächtnis, das auf die laufende Aufgabe begrenzt ist.
- Agentic Coding
- Ein Agent programmiert selbständig. Er bekommt eine Aufgabe, ändert den Code, lässt die Tests laufen, liest, was fehlgeschlagen ist, und geht in die nächste Runde. Das Team verbringt seine Zeit jetzt damit, die Aufgabe genau zu beschreiben und das Ergebnis zu prüfen.
- Agentic Engineering
- Mit Agenten entwickeln – über den ganzen Lebenszyklus, nicht nur beim Programmieren – und nach denselben Standards, die für professionelle Software schon immer galten. Beides muss festgeschrieben sein: welche Standards weiter gelten und wer für das Ergebnis geradesteht. Beides kann man nicht an den Agenten abgeben.
- AX (Agent Experience)
- Agent Experience ist für Agenten in einer Codebasis das, was User Experience für die Nutzer eines Produkts ist. Was die Agenten wissen müssen, ist dokumentiert. Grenzen stecken im Code, nicht in einer Absprache. Fehler fallen in den Tests auf, nicht erst im Review. Das alles ist Infrastruktur: Ohne festen Verantwortlichen verfällt sie.
- Human in the Loop (HITL)
- Das Team legt klar fest, welche Schritte ein Agent nicht selbstständig ausführen darf, und setzt diese Grenzen technisch durch. Eine Richtlinie beschreibt lediglich, was passieren soll. Ein Gate stellt sicher, dass es tatsächlich so passiert. Gerade unter Zeitdruck ist diese technische Kontrolle entscheidend.
- Nichtdeterminismus
- Derselbe Auftrag führt nicht zum gleichen Ergebnis – und trotzdem können beide Durchläufe richtig sein. Das Modell wählt eine von mehreren plausiblen Antworten. Und derselbe Auftrag bedeutet noch nicht dieselbe Eingabe: Die festen Anweisungen und der ganze bisherige Verlauf gehen jedes Mal mit.
- PRD (Product Requirements Document)
- Das Dokument, das festhält, was die Software fachlich leisten muss: Umfang, Regeln, sichtbares Verhalten und Abnahmekriterien. Es ist in der Sprache der Fachseite geschrieben, nicht in jener der Technik, damit der Auftraggeber es prüfen kann. Hier wird der Umfang vereinbart, bevor das Team darauf aufbaut.
- SDLC (Software Development Lifecycle)
- Die Phasen, die Software durchläuft, von Planung und Anforderungen bis zu Inbetriebnahme und Wartung. Jede endet mit einem eigenen Ergebnis und einer Übergabe an die nächste. Agenten können jede Phase unterstützen; wie viel diese Unterstützung am Ende bringt, entscheiden die Übergaben.
- Skill
- Ein Skill beschreibt eine festgelegte Arbeitsweise, die ein Agent anwendet, sobald eine passende Aufgabe ansteht. So steckt das Wissen des Teams in einer Datei und nicht nur in den Köpfen Einzelner. Manche Skills werden automatisch angewendet, andere müssen gezielt aufgerufen werden. Skills müssen gepflegt werden wie Code: Ein Skill, den niemand aktuell hält, passt irgendwann nicht mehr zur Arbeitsweise des Teams.
- Vibe Coding
- Ein Vorgehen, bei dem KI den Code erzeugt und das Ergebnis nur fachlich beurteilt wird: Tut es, was es soll? Die technische Seite – Architektur, Tests, Wartbarkeit, Sicherheit – wird nicht beurteilt, und der Code wird kaum geprüft und nur teilweise verstanden.